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FAQ Skandinavien

Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen

 

 

Welches ist die beste Jahreszeit für eine Skandinavienreise?

Skandinavien hat in jeder Jahreszeit seine ganz besonderen Reize. Im Frühjahr ist es besonders schön in Südschweden und im norwegischen Fjordland. Vor allem am Hardanger- und Sognefjord blühen Ende Mai und Anfang Juni die Obstbäume vor der Kulisse der noch winterlich mit Schnee bedeckten Berge. Auch das Wetter ist Ende Mai im Fjordland häufig besonders stabil. In Bergen finden zu dieser Zeit die Edvard-Grieg-Festspiele statt. Weiter nach Norden zu fahren, lohnt sich um diese Jahreszeit meist noch nicht, da im Norden die Vegetationsperiode erst später beginnt. In der zweiten Junihälfte und im Juli schließt die Vegetation Lapplands dann schnell auf. Ebenso schnell wächst dann aber auch die Mückenpopulation im hohen Norden (s.unten).

Trotz Mücken hat der Hochsommer in Nordskandinavien aber auch einiges zu bieten: Um Mittsommer geht die Sonne nördlich des Polarkreises nicht mehr unter – die Mitternachtssonne scheint. Leider gibt es gerade zu dieser Zeit – vor allem in den sumpfigen Gebieten im Landesinneren sowie entlang der Seen und Flüsse - besonders viele Stechmücken … und es sind auch relativ viele Touristen zu dieser Jahreszeit in Skandinavien unterwegs, vor allem im Süden. Südlich des Polarkreises sieht man die Mitternachtssonne natürlich nicht. Trotzdem wird es in weiten Teilen Skandinaviens im Sommer nicht mehr absolut dunkel. Je weiter nördlich man kommt, desto heller werden die Nächte.

Von Ende August bis Ende Oktober arbeitet sich der Herbst langsam von den Bergen Lapplands bis nach Südschweden vor. Je weiter nördlich man ihn trifft, desto intensiver sind die Farben. Mitte September kann man in der Tundra Zentrallapplands einen phantastischen „Indian Summer“ erleben. Er gehört zum Eindrucksvollsten, was Skandinavien zu bieten hat. Diese Zeit wird „Ruska“ genannt. August und September sind meine persönlich bevorzugten Reisemonate. Leider sind zu dieser Jahreszeit manche Museen schon wieder geschlossen.

Auch der Winter hat in ganz Skandinavien ungewöhnlich Interessantes zu bieten. Wintersportler können überall auf Schnee hoffen. Die Lichtstimmungen des Winters sind oft nicht mehr zu überbieten. Gerade nördlich des Polarkreises, wo im Winter für einige Wochen die Sonne gar nicht mehr aufgeht, malt die Dämmerung phantastische Farben auf Schnee und Eis. Am eindrucksvollsten ist der skandinavische Winter im Februar in Nordlappland. Die Sonne schaut zu dieser Zeit in den Mittagsstunden bereits wieder kurz über den Horizont hinaus. Trotzdem werden an manchen Tagen noch arktische Temperaturen von bis zu –50°C erreicht. (Da die Kälte im Norden längst nicht so feucht ist, wie in unseren Breiten, sind diese Temperaturen sehr viel leichter zu ertragen, als –5°C in Deutschland.) Sonnenschein in Verbindung mit solch tiefen Temperaturen sorgt für nahezu arktische Licht- und Wetterphänomene, die man nirgends sonst so bequem erleben kann, wie hier. Der Höhepunkt jeder Winterreise in den Norden ist natürlich das Polarlicht.

 

In welcher Sprache kann man sich in Skandinavien verständigen?

Viele im Bereich des Tourismus tätige Skandinavier sprechen Deutsch oder verstehen es zumindest. Darüber hinaus ist Englisch die wichtigste Sprache. Gute Englischkenntnisse sind in Skandinavien sehr viel verbreiteter als bei uns, weil in den skandinavischen Fernsehprogrammen englischsprachige Filme und Serien nicht synchronisiert, sondern nur mit Untertiteln gezeigt werden.

 

Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Skandinavien?

Skandinavien ist so abwechslungsreich, dass es meist eine gute Idee ist, nicht nur an einen Ort zu fahren, sondern im Laufe einer Reise immer wieder einmal umzuziehen. Deshalb ist ein Wohnmobil ohne Zweifel ein besonders gut für skandinavische Verhältnisse geeignetes Reisemittel. Große Wohnmobile und PKWs mit Wohnanhänger können allerdings in Norwegens Fjordland manchmal hinderlich sein, da einige besonders interessante Fjordstraßen mit ihnen nur schwer oder gar nicht befahren werden können. Mit wendigen Wohnmobilen hat man allerdings selten Probleme dieser Art.

Der typische Skandinavienurlaub ist ein Hüttenurlaub. Hütten in jeder Preisklasse kann man in ganz Skandinavien mieten. Die Spannbreite reicht von einer Campinghütte, die nur zwei Pritschen enthält, über einfache Hütten mit Heizung und fließendem Wasser bis hin zu komfortablen Ferienhäusern mit Wohnzimmer, Badezimmer, Schlafzimmern und Küche. Vor allem in Finnland gehört zu diesen Häusern unbedingt auch eine Sauna. Bettwäsche muss meist selbst mitgebracht werden. Die Endreinigung bleibt immer dem Mieter überlassen. Nicht immer wird die Qualität dieser Arbeit vom Vermieter überprüft. Hat man Skandinavier als Vormieter, kann man sich in der Regel über eine sehr saubere Hütte freuen. Wenn hingegen Deutsche vorher die Hütte bewohnt haben, darf man sich auf die Sauberkeit nicht verlassen ... Von Deutschland aus kann man Hütten meist nur für eine ganze Woche mieten. In der Regel ist es aber gar nicht erforderlich, die Hütten vorzubestellen. Das Hüttenangebot in Skandinavien ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass man auch vor Ort ohne Vorbuchung selbst in der Hauptsaison immer noch fündig wird. Überall an den Straßen wird auf "ledige" (d.h. freie) Hütten hingewiesen. Wenn man keine Hütte vorgebucht hat, ist man auf diese Weise fast so flexibel wie mit einem Wohnmobil. Und wenn tatsächlich ausnahmsweise in einem Ort alle Hütten ausgebucht sind, findet man bestimmt im nächsten Ort eine Bleibe.

Natürlich gibt es in Skandinavien auch viele, erstklassige Hotels. Leider sind die skandinavischen Hotels aber meist auch sehr teuer. Etwas Linderung schafft dabei manchmal ein Rabattpaß. Das umfangreichste Angebot sichert in Norwegen der "Fjordpaß", den man in allen an dieses System angeschlossenen Hotels erwerben und sofort einsetzen kann. Die Anschaffung des Passes rechnet sich meist schon spätestens nach der zweiten Übernachtung in einem der dazugehörigen Hotels.

 

Worauf muss man achten, wenn man mit einem Wohnmobil nach Skandinavien fahren möchte?

Vor allem in den gebirgigen Gegenden des Nordens gibt es Straßen, die von großen Wohnmobilen oder gar Wohnwagengespannen nur eingeschränkt befahren werden können. Wer ganz auf der sicheren Seite sein möchte, kann sich im Internet auf der Seite des norwegischen Straßenverkehrsamtes den „Truckers Guide“ herunterladen, der auch in deutscher Sprache verfügbar ist. Darin werden jedes Jahr aktuell alle Beschränkungen und Besonderheiten beschrieben, die für große und schwere Fahrzeuge in dem betreffenden Jahr gelten. Eine Karte mit nur beschränkt befahrbaren Straßen gehört ebenfalls dazu. 

Informationen vom Norwegischen Straßenverkehrsamt

Manche Bergstraßen – vor allem im Fjordland – sind bis in den Juni hinein ganz gesperrt oder nur in Kolonne hinter einem Räumfahrzeug befahrbar.

Wer im Laufe seiner Reise eine Teilstrecke mit der Hurtigrute fahren möchte, sollte berücksichtigen, dass Wohnwagengespanne an Bord der Postschiffe nicht mitgenommen werden können. Für Wohnmobile gilt die Höhenbegrenzung von ca. 2,20 m (abhängig vom jeweiligen Schiff) und eine Längenbegrenzung von 6 m.

Auch die Gasversorgung kann in Skandinavien überraschend problematisch werden. In ganz Skandinavien werden andere Typen von Gasflaschen und andere Anschlüsse verwendet, als in Mitteleuropa. Gasflaschen können somit nicht einfach – wie gewohnt – auf Campingplätzen ausgetauscht werden. Es ist deshalb ratsam, ausreichend Gasflaschen aus Deutschland für die ganze Reise mitzunehmen oder sich zur Not entsprechende Adapter für skandinavische Flaschen zu besorgen. Bei der Berechnung des Gasbedarfs sollte man berücksichtigen, dass es – vor allem im Norden Skandinaviens – auch im Sommer nötig sein kann, gelegentlich die Heizung in Betrieb zu nehmen.

 

 

Muss man mit Wohnmobil oder Wohnwagen für jede Übernachtung einen Campingplatz ansteuern?

In allen skandinavischen Ländern gilt eindeutig die Regel: Wohnmobile und Wohnwagen gehören nachts auf einen Campingplatz. Oft berufen sich Wohnmobilisten auf das berühmte skandinavische Jedersmannsrecht, wenn sie ihr mobiles Heim im freien Gelände abstellen. Das beruht aber auf einem Missverständnis. Das Jedermannsrecht besagt, dass Jedermann das Recht hat, in der freien Natur Skandinaviens zu übernachten und sich dabei aus der Natur zu nehmen, was er zum überleben braucht (Feuerholz, Pilze, Beeren etc.). Dieses Recht gilt aber ausdrücklich nur für denjenigen, der unmotorisiert (also zu Fuß, per Fahrrad, Hundeschlitten oder Pferd) unterwegs ist. Wer ein motorgetriebenes Fahrzeug (Wohnmobil, Auto, Motorrad etc.) nutzt, muss hingegen auf einem Campingplatz übernachten.

Wer außerhalb der Campingplätze übernachtet, muss sich in einigen Teilen Skandinaviens inzwischen auf teure, nächtliche Besuche des Ordnungsamtes einstellen. Das Angebot an Campingplätzen ist aber in ganz Skandinavien so gut und günstig, dass diese Einschränkung kein Problem darstellt. Am besten besorgt man sich vor der Abreise im Internet oder auf dem ersten nordischen Campingplatz die Campingcard Scandinavia, die Rabatte bringt und das Einchecken auf dem Campingplätzen erleichtert. 

Informationen zur Campingcard Scandinavia 

Trotzdem sieht man oft Wohnmobile über Nacht in abgelegenen Winkeln stehen. Wer wild campt, sollte sich aber unbedingt seiner Verantwortung bewusst sein. Der Standplatz muss auf jeden Fall wieder so hinterlassen werden, wie er vorgefunden wurde. Dass eine chemische Toilette nicht in die Natur entleert werden darf, versteht sich wahrscheinlich von selbst. Ganz wichtig ist aber auch, dass entgegen der Aussage vieler Wohnmobilverleiher das Brauchwasser aus Spüle und Dusche nicht einfach in den Straßengraben oder einen Bach abgelassen werden darf. Mit der Seife aus einer Brauchwassertankfüllung eines Wohnmobils kann man die Oberflächenspannung des Wassers eines ganzen kleineren Sees so weit herabsetzen, dass Insekten nicht mehr auf der Wasseroberfläche sitzen können. Wenn aber keine Insekten mehr auf der Wasseroberfläche sitzen, verhungern die Fische im See. Zumindest für die Wasserentsorgung muss man deshalb unbedingt einen Campingplatz aufsuchen.

Wer mit einem Wohnmobil in der Natur übernachtet, muss durchaus damit rechnen, nachts von einem aufgebrachten Einheimischen aus dem Schlaf geklopft zu werden, weil die Skandinavier in den letzten Jahren sehr viele schlechte Erfahrungen mit Wohnmobilreisenden machen mußten, die selbst die einfachsten Benimmregeln in der Natur missachtet haben.

 

Zur welcher Jahreszeit und in welchen Teilen Skandinaviens muss man mit Stechmücken rechnen?

Vor allem in den sumpfigen Gebieten im Landesinneren sowie entlang der Seen und Flüsse gibt es im Hochsommer leider wirklich sehr viele Stechmücken. Im Süden Skandinaviens ist die Mückendichte ähnlich wie im Norden Deutschlands. Im Norden werden die Mückenschwärme dichter. Glücklicherweise ist die Mückensaison sehr kurz. Im Norden sind es nur wenige Wochen im Anschluss an Mittsommer. Im Süden ist die Saison etwas länger. An allen skandinavischen Küsten, am Ufer der großen Seen und überall dort, wo Wind weht, bleibt man von der Mückenplage allerdings gänzlich verschont. Die ersten Mücken trifft man ab Ende Mai. Wenn im August die ersten kalten Nächte kommen, verschwinden die Mücken wieder. Im September – in der Zeit der phantastischen Herbstfarben – kann man unbehelligt durch alle Teile Skandinaviens reisen. Krankheiten übertragen skandinavische Mücken in der Regel nicht. Jede Mücke, die sticht, hat man meist ganz exklusiv für sich. 

 

Wie kann man sich gegen die skandinavische Mückenplage schützen?

Die diversen Mittel zur Abwehr von Mücken, die in Deutschland im Handel angeboten werden, nützen in Skandinavien leider nicht sehr viel. Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, skandinavische Mücken würden sich durch sie geradezu angezogen fühlen. Skandinavische Präparate hingegen sind zwar – zumindest in begrenztem Umfang – durchaus wirkungsvoll, enthalten aber oft Substanzen mit starken Nebenwirkungen. Die beste Anti-Mücken-Creme gibt es in finnisch Lappland: ein Gemisch aus Teer, Asche und Bienenwachs. Die braune Masse sorgt – wenn man sie sich auf Gesicht und Hände schmiert – nicht nur für eine gesunde, bräunliche Hautfarbe, sondern auch für einen intensiven Geruch, der beinahe alle Mücken zuverlässig vertreibt. Leider setzt er sich in der Garderobe derartig fest, dass er seine Wirkung auch noch einige Wochen später an den Tag legt.

 

Welche Kleidung benötigt man für eine Reise nach Skandinavien?

In der Südhälfte Skandinaviens benötigt man in der Regel keine andere Kleidung als in Deutschland. Auf den schwedischen Ostseeinseln kann man sich auf wärmeres Wetter als in Deutschland freuen; in den Bergen Norwegens ist es hingegen oft etwas kälter als in Deutschland. Zu jeder Jahreszeit muss man sich auf Regen einstellen, der vor allem zu Norwegens Küste dazugehört wie die Sonne zur Riviera. Regenfeste Kleidung und festes, wasserdichtes Schuhwerk gehören deshalb unbedingt zur Grundausrüstung, wenn man sich etwas abseits der Straßen in der Natur bewegen möchte. In den sumpfigeren Gebieten Skandinaviens empfehlen sich für Wanderungen unter Umständen sogar Gummistiefel, sofern sie über ein gutes Fußbett verfügen.

An der Küste Norwegens, in den norwegischen Bergen und im ganzen Norden Skandinaviens gehören zu jeder Jahreszeit vor allem winddichte Kleidung, Mütze, Schal und Handschuhe ins Reisegepäck. Manchmal liegen die Temperaturen auch im Sommer nur bei 10°C, verbunden mit einem kalten Wind. Im Sommer kann es aber auch im Norden mal für ein paar Wochen bis zu 30°C warm sein. Auf beides muss man sich einstellen. An der norwegischen Küste und an Bord der Hurtigrutenschiffe kann aber auch an warmen Tagen der Nordwind, der direkt vom Nordpol kommt, für ein unangenehmes Gefühl sorgen, wenn die Kleidung ihn nicht zuverlässig draußen hält.

Für eine Reise mit der Hurtigrute reicht im Winter normale warme Kleidung mit einem absolut winddichten Mantel aus. In Lappland, wo die Temperaturen auch einmal bis -50°C sinken können, ist jedoch Spezialkleidung angesagt, die man sich - zum Beispiel für Touren mit dem Motor- oder Hundeschlitten - in den  Hotels ausleihen kann. Für einen Winterurlaub in Süden Skandinaviens sollte die Kleidung etwas wärmer ausfallen, als für einen vergleichbaren Aufenthalt in den Alpen.