Leica M9
Daten
- Messsucherkamera
- Wechselobjektive
von 16 mm bis 135 mm - 18 MP Vollformatsensor

- 100%-Ansicht eines Ausschnitts aus dem letzten Bild der obigen Galerie.
Eigenschaften
Die größte Stärke der M9 ist die unschlagbare Qualität der M-Objektive. Bei offener Blende und insbesondere im Gegenlicht haben sie Gelegenheit ihre Stärken auszuspielen. Sie erzeugen deutlich weniger störende Reflexe, als andere Objektive und vor allem bringen sie ein kontrastreiches Bild mit fein differenzierten Farben hervor. Insbesondere bei Weitwinkelobjektiven gibt das Messsuchersystem ohne Spiegelkasten den Objektivkonstrukteuren die Möglichkeit zu Designs, die zwangsläufig einem Spiegelreflexobjektiv überlegen sein müssen. Mein Lieblingsobjektiv ist aus diesen Gründen das aktuelle 2.8/24 mm Objektiv. Kein anderes Objektiv benutze ich so oft, wie dieses.
Die M9 ist eine Kamera, die die besonderen Stärken der Objektive auch festhalten kann. Sie zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie einen hohen Kontrastumfang abbilden kann, ohne dabei auf eine feine Differenzierung von Farbverläufen zu verzichten. Gerade in der Naturfotografie ist das eine Eigenschaft von herausragender Bedeutung.
Auf meinen Reisen durch Skandinavien gehören farbintensiv angeleuchtete Wolken immer wieder zu den Motiven. Viele Digitalkameras bilden dabei weite Teile der Wolken sehr flächig ab. Durch die fehlende Differenzierung eng beieinander liegender Farbwerte geht die Plastizität der Wolken verloren. In dieser Disziplin ist die M9 durch ihre feine und genaue Farbdifferenzierung ein wichtiger Schritt nach vorne für die digitale Fotografie.
Die Detailauflösung der M9 ist beeindruckend. Auch bei einem 100%-Zoom hat man immer noch den Eindruck, nicht ins Bild hinein gezoomt zu haben.
Auch die ISO-Werte lassen sich höher einstellen als bei der M8, bevor Rauschen sichtbar wird. Wo die entsprechende "Schmerzgrenze" liegt, muss jeder nach seinem Geschmack entscheiden. Nach meiner Erfahrung ist man bei ISO 640 auf jeden Fall immer auf der sicheren Seite. Je nach Motiv ist auch bei höheren Werten noch kein Rauschen zu sehen. Hätte die M9 eine etwas niedrigere Auflösung - z.B. 12 MP - ließe sich sicherlich ein noch höherer ISO-Wert einstellen. Das ist mein Wunsch für die nächste Kamerageneration. 12 MP reichen für fast alle meine Anwendungen aus, die ISO-Werte hingegen können gar nicht hoch genug sein.
Persönlich ist mir darüber hinaus keine Kamera bekannt, die ich so schnell und intuitiv bedienen kann wie die M9. Voraussetzung ist natürlich, dass man grundsätzlich mit der Bedienung einer Messsucherkamera vertraut ist.
Ich verwende die Kamera vor allem in folgenden Situationen:
- nur eine kleine und leichte Ausrüstung ist möglich
- wenig Licht
- schnelles Arbeiten erforderlich
- qualitativ hochwertiges Weitwinkelobjektiv ist notwendig

